Dr. Johannes Stahl
Kultur Beratung

Wenn ich hier auf laufende oder abgeschlossene Arbeiten hinweise, dann treibt mich nicht nur das Mitteilungsbedürfnis, sondern auch der Wunsch nach Anregungen und Austausch. Ohne solche Hilfen von außen funktionieren technische Entwicklungen selten, kulturelle aber nie.

Hier also die Liste:

Die kleine aber feine Künstlerinitiative Hr.Fleischer in Halle (Salle) hat seit ihrem Bestehen ein faszinierendes Spektrum von Aktivitäten entwickelt. Ich durfte Geburtshelfer sein und habe die Entwicklungen seither nach Möglichkeiten verfolgt und begleitet. Nach längerer Vorlaufzeit ist nun eine zusammenfassende Darstellung dieser Aktivitäten erschienen. Mein Beitrag darin ist ein Text: Wechselwirkungen. Austausch, Teilhabe und Öffentlichkeit als Spielfelder beim Kunstprojekt hr.fleischer e. V.
Download unter: www.herrfleischer.de

Nach wie vor bin ich ein entschiedener Anhänger von Artotheken. Die Möglichkeit für jeden, sich hier originale Kunstwerke auf Zeit auszuleihen ist eine wichtige Errungenschaft auf dem Weg der Demokratisierung, der Vermittlung und nicht zuletzt Förderung von Kunst. Da ich aber nun seit 12 Jahren nicht mehr selbst in einer Artothek arbeite, werde ich nicht mehr als Vorsitzender des von mir 2000 mitgegründeten Artothekenverbands kandidieren. Helfen möchte ich dieser Idee und diesem Dachverband der deutschen Artotheken jedoch auf jeden Fall weiterhin.
Artothekenschrank, Köln
Auf die Gefahr hin, dass man mein Fremdeln merkt, habe ich  für den Blog der Caritas für Köln einige Bemerkungen über meine Teilnahme am Karnevalstreiben in der Domstadt aufgeschrieben. Es geht um Fremdheit, Samba, den Dom, Invasionen und Blickrichtungen. Space Invader, aufgenommen 2011
Es ist eine sehr private Arbeit, aber eingebunden in recht allgemeingültige Vorgänge: ich löse langsam meinen Bestand an Dias auf. Immerhin fotografiere ich bereits mehr als seit einem halben Jahrhundert, und Dias seit ich dreizehn war. Dann geht es beim Aussortieren nicht nur um technische Qualität, den Dokumentationsgehalt und die Informationen wie in den berufsbedingt entstandenen Bildern, sondern auch um Erinnerungen und wie man damit umgeht. Einige Bilder lasse ich scannen, bevor ich sie entsorge.
Diaschrank,2017
Die erste Staffel der Interventionen am Bauzaun des Museums Kolumba in Köln ist realisiert. Es ist genauso interessant wie nicht ganz einfach zu übersehen, was da alles vor, am und hinter dem Baugerüst geschieht und noch geschehen wird.
think
Das Kunstprojekt "Fluchten" ist jetzt online; auf Entwicklungen darf man gespannt sein.
Fluchtwegeschilder
Das Jahresende 2016 ist geprägt von Arbeiten an der dieses Mal recht umfangreichen Studie zur Kunst am Bau, wieder gemeinsam mit meinen Kollegen Claudia Büttner und Martin Seidel. Erwartungsgemäß gibt es einige Entdeckungen ...
Rosemarie Trockel, Fachhochschule des Bundes in Brühl
Wenn man eingeladen wird, um zu Künstlersymposien beizutragen, ergeben sich oft ganz andere Aspekte als in wissenschaftlichen Treffen. So war es beim Treffen um den Worringer Platz in Düsseldorf, wo es in einer abwechlungsreichen Reihe von Formaten um Angry Birds, Fliegende Monumente und Unerwartete Allianzen ging. Und dann auch in der Kölner Opekta Ateliers, mit dem Thema Fotografie im Bezug zu Konstruierten Räumen bzw. Performativen (Selbst-)Porträts.
Vogelzug
Anscheinend soll ich wieder mehr mit Street Art zu tun bekommen. Zum einen ist das dokumentierende Buch zur BUNDESKUNSThall of fame erschienen, an welchem ich mich beteiligen durfte. Und dann gibt es in Dresden die Ausstellung Magic Art wo ich einige Gedanken zur Vermittlung entwickeln konnte. Zuguterletzt ist an der Westfassade des Kunstmuseums Kolumba ein Baugerüst nötig geworden. Am Bauzaun dort werden einige Arbeiten entstehen, für die ich gemeinsam mit Leonie Gehrke nach Gestaltern suchte.
Dammweg in Dresden
Das war anregend und angenehm zugleich: mit meinem Kollegen Martin Seidel habe ich mich gegenseitig interviewt zu Fragen zwischen Kunst und Straße. Erschienen ist das jetzt unter dem Titel "Kunst an Straßen- Fragen über Fragen" in der vom Bundesverband Bildender Künstler innen und Künstler herausgegebenen Zeitschrift kultur politik, Nr. 2/2016 auf den Seiten 13-18.
Andreas von Weizsäcker: hang over, 1991; Hannover
Handbuchzeit die zweite: auch das lange vorbereitete, sorgfältig von Markus Walz herausgegebene "Handbuch Museum" ist jetzt im Verlag J.B. Metzler erschienen. Ich durfte darin versuchen, die Rolle der Artotheken zu erläutern.
MArkus walz (Hg.): Handbuch Museum. Geschichte - Aufgaben - Perspektiven
In sehr absehbarer Zeit geht es los: das Kunstprojekt "Fluchten", das ich gemeinsam mit meinem Kollegen Ludger Hengefeld schon längere Zeit vorhabe und dem Caritas-Verband für das Erzbistum Köln getragen wird. Es geht nicht zuletzt darum, sich von einer Perspektive zu lösen, die den Blick auf auf eine "Flüchtlingskrise" verengt. Immerhin wird das Wort und entsprechende Bilder gebetsmühlenartig in den Medien wiederholt und so auch eine Perspektive festgelegt. Wir setzen große Hoffnungen darauf, dass ein gemeinsames Nachdenken mit Künstlerinnen und Künstlern dazu verhilft, bessere Sichtweisen auf schwierige Fragen zu bekommen. So neu sind die Fragen nicht. Auch Buddha, Christus oder Mohammed sind geflohen. 
Fluchtwegebeschriftung: Detail aus einem Kölner Bunker
Nun ist es nach langer Vorbereitungszeit erschienen: Protest Cultures, a Companion. Kathrin Fahlenbrach, Martin Klimke und Joachim Scharloth haben das Handbuch herausgegeben, immerhin 546 Seiten. Mein Beitrag lautet erwartungsgemäß: Graffiti.
Graffiti, Bahnhof Engers, 2016
Zur künstlerischen Rezeptionsforschung, welche Dagmar Schmidt zu ihrer Arbeit "Grabungsstaedte" unternommen hat, ist nun auch ihre Publikation erschienen. Dabei ist erstaunlich, auf wie vielen Ebenen diese Installation im Stadtraum des verschwindenden Stadtteils Halle-Silberhöhe seit 2005 Wirkungen erzeugt hat. Biologen listen auf, wie sich die Pflanzen das Terrain zurück erobern, Fotografen unterschiedlicher Zielsetzungen zeigen wie die Möbel genutzt werden, wie der Beton altert. Und Archäologen untersuchen den Boden. Gut, dass so etwas vom Kunstfonds und der Kunststiftung Sachsen-Anhalt gefördert wurde - und schön, dass ich dazu eine Einführung verfassen durfte. Dagmar Schmidt: Grabungsstaedte, 2005, Zustand 2011, Foto Dagmar Schmidt
Seit längerem beschäftige ich mich mit den Arbeiten des Kölner Malers und Bildhauers Jürgen Hans Grümmer, vor allem seinen eigenwilligen und richtungsweisenden Gestaltungen für Architektur und Plätze. Am Ende wird es eine Ausstellung und ein Wanderbuch zu seinen verstreut anzutreffenden Arbeiten geben.
Jürgen Hans Grümmer, baubezogene Gestaltung im Hörsaalgebäude der Kölner Universität, 1966
Die Akademie der Künste Sachsen-Anhalt ist ein Zusammenschluss aus freien Akteuren. Als Mitglied habe ich dort eine Art Wettbewerb angeregt, aus dem per Bleistiftlinie skizzierten Umriss des Bundeslandes etwas zu machen. Und es gab erstaunliche Ergebnisse.
Sachsen-Anhalt
Das Buch zu Elvira Bach ist erschienen: ein umfangreicher Einblick in das oft zu rasch und einseitig einsortierte Werk dieser Malerin. Da hat es gelohnt, gerade die vernachlässigten Aspekte anzugehen, wie die Rolle der Fotografie und den biografischen Hintergrund im Theater. Hier stellt der Wienand-Verlag das Buch vor.
Elvira Bach
Die Idee der Partizipation ist ein häufig betretenes Feld gesellschaftlicher Themen. Vor kurzem veranstalteten die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter und die Montag Stiftung für Kunst und Gesellschaft Bonn das Symposium  "ANDERS tun ... anders TUN" Soziale Prozesse im Freiraum der Kunst" zu genau diesen Fragen. Spannende Aktionen, Vorträge und Diskussionen entstanden da, unter anderem mit Ulf Aminde, Barbara Caveng, Diemut Schilling und Georg Winter. Nachdem ich die Tagung besucht habe, bat man mich zum dort Verhandelten aus meiner Sicht einen Blogbeitrag zu verfassen. Hier ist er.

swing at own risk
Eigentlich ist das Drama der Flüchtlinge zu sehr aufgeladen, um damit in einem künstlerischen Projekt umgehen zu können: zu rasch gerät man die schwierigen Fahrwässer tagesaktueller Nachrichtenströme und aktuter Handlungsnotwendigkeiten. Nicht jeder meistert das so souverän wie Ingo Günther mit seiner seit 1992 ins Leben gerufenen "Refugee Republic". Das Thema der Flucht ist dagegen wenig beachtet, aber tief in unserer Kultur verankert. Und genau besehen prägt es - meist nicht sehr reflektiert - die heutigen Handlungsweisen. Es ist Zeit darüber nachzudenken, wie es sich verhält mit den Fluchten von Mohammed, der heiligen Familie, Dädalus oder Daphne. Auch die musikalische "Fuge" bedeutet wörtlich "Flucht".
Flucht nach Ägypten, um 1050 Relief an der romanischen Tür der Kirche  St. Maria im Kapitol,  Köln
"Grabungsstaedte" - diese Installation im Stadtraum des verschwindenden Stadtteils Halle-Silberhöhe schuf 2005 die Künstlerin Dagmar Schmidt. Mittlerweile hat sich eine Menge ereignet auf den Grundrissen des ehemaligen Wohnblocks und den aus Beton rekonstruierten Möbeln dort. Nun macht die Künstlerin eine Forschung dazu: wie sich die Pflanzen das Terrain zurück erobern, wie die Möbel genutzt werden, wie der Beton altert. Auch Archäologen untersuchen den Boden. Zu dieser vom Kunstfonds geförderten künstlerischen Rezeptionsforschung gibt es ein Symposium, in der der Kunststiftung Sachsen-Anhalt zu dem ich beitragen soll.
Dagmar Schmidt: Grabungsstädte, 2015, Foto Johannes Stahl 2015
Nachdem das Projekt "Der urbane Kongress" von Marcus Ambach und Kay von Keitz schon eine Weile zurückliegt, ist jetzt im Wienand Verlag eine umfangreiche Dokumentation dazu erschienen, die Ereignisse und Überlegungen dieser Beschäftigung mit der Kunst im Kölner Innenstadtraum anschaulich zum Nachlesen aufbereiten. Ich durfte mir über Ewigkeitsszenarien dieser Kunstwerke Gedanken machen.
Der Urbane Kongress, Buchcover
In einer weiteren Studie zur Kunst am Bau für das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung beschäftigt mich - gemeinsam mit Claudia Büttner und Martin Seidel - wieder die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Hier sind viele, teilweise überraschend experimentelle Arbeiten entstanden. Aber auch Orte, von denen man das kaum denkt, warten mit spannenden und eigenwilligen künstlerischen Lösungen auf: hier beispielsweise mitten im Leben beispielsweise des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich Ulrike Kessls Glasraum von 1993.
Ulrike Kessl, Glasraum, 1993; Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg
In Bälde soll das von mir herausgegebene Buch zu Elvira Bach erscheinen. Die Vorbereitungen dazu im Kölner Wienand Verlag laufen auf Hochtouren.
Elvira Bach, Skizzenbuch, 1998
Seit langem faszinieren mich die Arbeiten der in Düsseldorf lebenden Künstlerin Takako Saito. In ihrem Atelier war ich unterdessen oft und arbeite an einer Publikation.
Takako Saito, You and Me Shop, 2014
Jetzt ist auch die gemeinsam mit Martin Seidel erarbeitete Studie zur Kunst am Bau erschienen, als Online-Publikation und im Auftrag des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung.
Abb: Hans-Joachim Härtel, Gefaltete Stelen, 2004, (gleichzeitig Ansaugtürme); Umweltbundesamt Dessau
Härtel, Umweltbundesamt Dessau
Angekündigt als ein "Buch, das süchtig macht", ist der Bildband "Köln nach dem Krieg" erschienen. Die Herausgeber Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer haben fantastische Arbeit geleistet: als ein visueller Einstieg in die Nachkriegsgeschichte der Domstadt fesselt allein schon das zusammengetragene und  überzeugend  arrangierte Bildmaterial. Die beigefügten Texte runden dieses Geschichtsbuch zu einem Erlebnis ab - was man ja nun durchaus nicht von jeder Chronik behaupten kann. Dass da auch noch einige wenige Fotos von mir verwendet wurden, freut mich natürlich sehr.
Köln, Schmalbeinstraße, April 1987
Nach einem längeren Zeitraum der Vorbereitung ist gerade der prächtige Werkkatalog von DAIM erschienen. Dieser Hamburger Künstler überrascht mich immer wieder durch seine ausgefeilten Bilder und die Variabilität seiner raumbezogenen Arbeiten. Zu seinem Werk habe ich da auch einen Text beigetragen.
Wandarbeit von DAIM in der Zufahrt zum Hamburger Hauptbahnhof
Seit kurzem wirke ich als "sachkundiger Bürger" im Kölner Kunstbeirat mit. Das ist einerseits spannend. Andererseits lassen mich die von der Stadt ergriffenen Möglichkeiten skeptisch bleiben - trotz des aus dem Vorgängergremium entwickelten Projekt "Der Urbane Kongress". Aber immerhin habe ich schon längere Zeit in und mit Köln zu tun (hier ein Bild von 1973).
vom Dom, 1972
Für das Kunstprojekt 10qm durfte ich mich in eine illustre Runde spannender KünstlerInnen einreihen und einen Spaziergang durch Köln anbieten. Diese Initiative von Stefanie Klingemann und Frank Bölter geht von einer anscheinend funktionslosen geteerten Fläche von etwa 10 Quadratmetern aus, die seit wenigen Jahren ein Stück öffentlichen Parks in Nippes zudeckt. Seither hat sie eine erfrischend vielseitige Reihe künstlerischer Interventionen erlebt. Zu ihr entdeckte unser Rundgang eine ganze Reihe ähnlicher Flächen in der Domstadt - nicht immer geschichts- oder funktionslos, aber in aller Regel rätselhaft. Den Plan, diese Flächen anlässlich einer solchen Gelegenheit kärchern zu lassen, muss ich mir noch aufheben. Inzwischen hat Karine Waldschmidt einen umfangreichen Artikel dazu im Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht.
Das Kunstprojekt "Erbarmen als soziale Form" ist inzwischen abgeschlossen. Dabei hat diese offene Vorgehensweise sehr unterschiedliche Wege nahegelegt: den Umgang mit dem Kampagnenwesen einerseits, die stille Befragung wie in diesem in der Wand verschwindenden Teller von Norbert Radermacher und natürlich auch das Nachdenken über die Potentiale einer so großen Einrichtung wie die Caritas. Eine Materialsammlung im Karton mit Beiträgen der Künstler sowie Dokumentation ist dazu erschienen.
Norbert Radermacher: Der Teller, 2014
Es macht einen großen Unterschied: mein 2011 als eBook verlegtes Buch "Der interaktive Blick" ist inzwischen gedruckt erschienen. Kunststück eigentlich, dass jetzt mehr und andere Reaktionen kommen: wenn sich ein dickeres Buch um Interaktionen zwischen Kunstwerk, Künstler und Betrachter dreht, braucht es mitunter doch das Materielle, um wirkliche Wirkungsprozesse erleben zu dürfen. Die Rezensionen, beispielsweise von Ulrike Schuster, waren sehr erfreulich.
Hier ist auch eine Leseprobe.

Eine immer wieder aufgenommene, deutschlandweite Reise zu den Werken der Kunst am Bau führt meinen Kollegen Martin Seidel und mich zu erstaunlichen spannenden und mitunter überraschend schönen Situationen. Wir untersuchen Kunstwerke, die im Bundesauftrag entstanden sind und geraten dabei auch häufiger in Zusammenhänge, bei denen diese langfristig und öffentliche Wirkung angelegte Kunst zu entdecken bleibt. Anders als im Märchen bleibt sie während des Dornröschenschlafs nicht immer so jugendlich frisch.
 
Kunst am Bau
Ob im Thüringischen Künstlerhaus Schloss Kannawurf wohl ein  Renaissancegarten entstehen soll? Jedenfalls gab es dort ein Symposium und ich habe einige Gedanken zum Paradies als Geschlossene Gesellschaft beigesteuert. Eine kleine Wanderung entlang der Hainleite war nicht nur ein gelungener Start der intensiven Veranstaltung,sondern führte möglicherweise zu einer überzeugenden Lösung für die dis kutierten Perspektiven zwischen Gartenrekonstruktion und ökologischer und gesellschaftlicher Relevanz.
Eingang, Naturgut Ophoven
Auch wenn ich dort widerwillig einer militärischen Grundausbildung unterzogen wurde: Lüneburg ist eine sehr schöne Stadt. Das hat sich auch eine Telenovela zunutze gemacht. Mittlerweile wirbt dieses gut erhaltene Backsteinparadies sogar mit dem massenmedialen Dauerlutscher. Im Rahmen von Stadtspaziergängen, die der rührige Im Feld e.V. ins Leben gerufen hat, durfte ich eine Runde drehen. Beim Rundgang mit dem Titel "Augen rechts" ging es um das, was öffentlich ist, Straßenräume, Tourismus und das noch recht gut sichtbare militärische Erbe dieser Universitäts- und Hansestadt.  Giebel, Lüneburg
Es geht wieder um Kunst am Bau. 200 Beispiele zwischen 1980 und 2010 werde ich gemeinsam mit Martin Seidel für das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung erfassen und mit je einem Text beschreiben.
Hannsjörg Voth, Kunst am Bau für den Main-Donau-Kanal bei Hilpoltstein
Die Begleitung meiner bewundernswerten Nichte bei ihrer bedeutungsvollen Fahrt konfrontierte mich mit einer Situation, die ich wiederholt gesehen habe. 1962 existierten die Arkadenreihen aus dem dritten Reich noch. Mein Vater fuhr mit Vollgas daran entlang. 1978 gab es hier ein intern ziemlich aggressives OpenAir Festival. 1983 besichtigten wir wissenschaftlich die Ruinen des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. 2013 war hier auf dem 1947 begründeten Norisring die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft. Dass diese Tribünenwände wie ehedem für Fahnen und Transparente genutzt werden lässt einen faden Beigeschmack zurück.
Nürnberg, Haupttribüne
Ich bin hin- und hergerissen. Natürlich ist eine Einladung zu einem Podium des DAAD in Kairo eine feine Sache. "Change by exchange" liest man auf der Seite. Dass mein Thema Graffiti dort eine hohe politische Brisanz hat - das  hat man verschiedentlich bereits in den Medien mitbekommen können. Hilft nun eine kunsthistorische Perspektive? Immerhin gibt es die These von der Revolution der Zeichen, die wirkliche Revolutionen begleiten kann. Und die Position der Bildwissenschaften zum Bilderverbot. Aber das ist zunächst eine Außenperspektive ohne wirkliche Erdung vor Ort. Und dort geht momentan sozial und politisch ein anderer Film ab - und nicht zuletzt deshalb spricht man von schwierigen Sicherheitslagen.
Luftbild, nach Wikipedia von der NASA
Honoré Daumier beschäftigt mich seit längerem. Jetzt habe ich einen kleinen Text zu seinem Bildzyklus über die Menschenfreunde seiner Tage geschrieben. Hier ist er.

Allan Gretzki ist ein Künstler, dessen langjährige Beschäftigung mit Writing, Tags und anderen Interventionen sowie den möglichen Brücken in die engere Welt der bildenden Kunst ich seit längerem verfolge und ausgesprochen schätze. Für MOFF haben wir uns versucht zu unterhalten. (Abbildung: (c) Allan Gretzki) Allan Gretzki, green
Unter anderem habe ich dieses Fach auch studiert: städtebauliche Fragen haben immer wieder eine Rolle für meine Projekte gespielt. Ohne besonders viele Planung in diese Richtung habe ich mich in den letzten Monaten immer stärker mit dem Bild der Städte beschäftigt und sogar einige Rundgänge in unterschiedlichen Städten durchgeführt. Im Mai 2013 kommt das nun gehäuft vor: es geht für das Kulturprodukt Halle um städtebauliche Lücken in Halle und Ende Mai im Forum Stadtbaukultur Dortmund um den Einfluss, den Street Art auf das bildliche und bedeutungshafte Gefüge der Stadt haben kann.
Stadtmodell (Ausschnitt)
"Erbarmen als soziale Form": so heißt das Kunstprojekt, mit dem sich die Caritas für Köln Mitte des Jahres 2013 anschickt, eine grundsätzliche Diskussion in Gang zu bringen und zu führen. Ausgehend von einigen offenen Fragen um die Lebensmittel-Tafeln geht es um heutige Bilder für das, was Künstler früher mit allegorischen nährenden Ammen und sich opfernden Pelikanen darstellten: um Barmherzigkeit, Versorgungsfragen und Spiritualität.
Zur Projekthomepage
Monstranz, Detail
Im Laufe eines Lebens kommt es vor, dass man Dingen mehrfach begegnet, dass einmal gehabte Interessen irgendwann wieder aufflammen oder vormals unklare Zusammenhänge plötzlich schlüssig werden. Gegen Ende meines Studiums hatte ich mich sehr für die Wiederaufbauzeit interessiert. Jetzt gibt mir eine Fortbildungsveranstaltung für Architekten Gelegenheit, dem Kirchenbau dieser Phase einen weiteren Blick zu widmen. Das ist nicht zuletzt deshalb spannend, weil sich da religiöse Belange, gesellschaftsbildende Formen und Kunsttraditionen mischen. 
Jetzt ist es schon vorbei: das Blockseminar zur öffentlichen Kunst und ihrer Vermittlung, das Dagmar Schmidt (die das nebenstehende Foto gemacht hat) und ich an der Uni in Halle gegeben haben. Die spiegelnde Bodenfläche von Klaus-Friedrich Messerschmidts Arbeit "Reflexion Geschichte" (1989/2000) am Ordnungsamt in Halle-Neustadt haben wir dabei provisorisch geputzt. So konnten wir seine Revision der vormals auf dem Boden stehenden und jetzt von der Decke hängenden Skulptur endlich auch optisch nachvollziehen. Dem "Blauen Wunder" der Düsseldorfer Künstlerin Andrea Knobloch begegneten wir dann im Kunstraum Kiosk hr.fleischer ebenfalls.
Klaus-Friedrich Messerschmidt: Reflexion Geschichte, 1989/2000 (Detail)
Man wacht morgens auf und weiß nicht mehr wo man eigentlich ist. Oder mitten in der Nacht - jedenfalls ist es nicht die gewohnte Umgebung. Aber ähnlich sieht das Ambiente schon aus. Oder war ich schon mal länger an diesem Ort und habe nur davon geträumt? Wer einigermaßen intensiv an zwei Orten lebt, kennt möglicherweise das Gefühl - egal, ob er strikt trennt zwischen Arbeitsort und Wohnplatz oder tatsächlich an beiden Orten "zu Hause" ist. Der Anfangsverdacht, dass sich hier noch viel mehr verbirgt, veranlasst mich zu einem Beitrag im Projekt "Doppelleben ... Sein an zwei Orten", das Dieter Hofmann seit einiger Zeit an der Burg Giebichenstein verfolgt. Ich bin gespannt: es geht letztlich auch um gestaltete Gegenstände für diese Fragen. Ein Text steht am Ende dieses Projekts: hier ist er.

Nomadengegenstände
Wie finde ich eigentlich Kunst im öffentlichen Raum? Im Rahmen unseres Arbeitsstipendiums haben Dagmar Schmidt und ich zwei Planquadrate in Halle durchforstet und eine Wikipedia-Seite für die dort befindliche öffentliche Kunst aufgebaut. Und mittlerweile stricken andere
Menschen weiter daran.
Erschließung und Vermittlung von öffentlich zugänglichen Kunstwerken ist dann auch das Thema eines Lehrauftrags, den wir gemeinsam für das Wintersemester 2012/13 am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Universität Halle - Wittenberg wahrnehmen.   
Hinweisschild nowhere in Nordschweden
Ich kann mir da nicht helfen: Obwohl ich kein Auto besitze, beschäftigt mich das Auto als Phänomen immer mehr. Das liegt nicht nur daran, dass unter den ersten Worten, die ich sagen konnte, Automarken waren. Auch die vielfältigen Slogans über mehrere Jahrzehnte klingen mir im Ohr. Und natürlich die elegante Einlassung, mit der Roland Barthes (Mythologies, 1957; deutsch Mythen des Alltags, Frankfurt am Main 1964) die verborgene kulturhistorische Schicht dieser Vehikel freilegte, in diesem Fall die einer "Déesse" (Göttin), die als Citroen DS relativ neu war. Ich versuchte in den 1960er Jahren als Kind, dieses Auto mit Legosteinen zu bauen.
Auto
Entwickeln die Dinge Affären, wenn sie sich im Raum umsehen? Die Ausstellung "space affairs" des Künstlers, Architekten und Literaten Marc Mer geht dieser Frage nach. In Wien hat er aus der Sammlung des MUSA einschlägige Arbeiten ausgewählt. Für meinen Text ist das der Anlaß, über das Verhältnis heutiger Betrachter zum Raum und den Dingen nachzudenken.

Anscheinend soll das Jahr 2012 eine Zeit sein, in der ich mich wieder stärker um kuratorische Fragen kümmere.Durch die Kunststiftung Sachsen-Anhalt habe ich (gemeinsam mit Dagmar Schmidt) ein dreimonatiges Kuratorenstipendium zugesprochen bekommen. Hier sind einige Überlegungen dazu. Einige spezielle Ereignisse stehen auf dem Programm: zum Beispiel ein Rundgang zu öffentlichen Skulpturen, der die Frage dem vermittelnden Anteil stellt, den Kunstwerke in sich haben. Oder ein Gespräch über die hier bereits erwähnte "Skulptur Gewächshaus" der Künstler Johanna Bartl, Wieland Krause und Olaf Wegewitz.
Seit 1987 existiert es, das Kunsthaus Rhenania - mitten im inzwischen angeblich boomenden Kölner Rheinauhafen. Das ehemalige Speicherhaus (gebaut 1926) bietet Arbeitsräume für Künstler, Musiker und Theaterleute und hat einen eigenen Veranstaltungssaal.In meinem Projekt "Rhenania in[tro]spektion" geht es um eine Ausstellung, die am Anfang einer Reihe stehen könnte. Das Kunsthaus wird sich stärker auf die öffentliche Wirksamkeit und den Austausch mit Kunstszenen anderenorts orientieren. Und so richtet sich der Blick zunächst einmal auf die eigene Infrastruktur.

Ein ebenso interessantes wie traditionelles Arbeitsfeld ist die Kreuzung zwischen Kirche, Kunst und Vermittlungsfragen. Eine meiner Aktivitäten ab 2011 sind Ausstellungsgespräche in Kolumba, dem Kunstmuseum der Erzdiözese Köln. Der wuchtige und gleichzeitig filigrane Bau von Zumthor, die vielschichtige Situation des Orts mitten in Köln und vor allem die überzeugende Sammlung machen die Gespräche mit den sehr unterschiedlichen Besuchergruppen des Hauses immer wieder zu einer spannenden Sache. Kolumba, Blick in die archäologische Zone 2011
Beim Kölner Street Art Festival CityLeaks habe ich mich gerne engagiert: der Impuls, Fassaden der Innenstadt und in Ehrenfeld zu bespielen, vor allem aber die Tatsache, dass den Künstlern nicht hinein geredet wurde, ist schon generell bemerkenswert. Auch die Gemengelage zwischen alternativen Kunstorten wie der Kolbfabrik (hier gab es ein "Archivflimmern"), der grundsätzlichen Diskussion solcher Aktiviten ("Cityleaks Symposium") und dem glatteren Parkett offizieller Lesarten fand ich ausgesprochen wohltuend.In eine Reihe typischer Stadtteilbilder eingebunden, bildet der vielsagende Beitrag von L.E.T. den Abschluss der Wand vor dem Bürgerzentrum Ehrenfeld. "I will never say what You want to hear" liest man da: ein knapper Kommentar zum Spannungsfeld zwischen Konsenskultur und jugendlicher Selbstbehauptung.
L.E.T.

Überraschend: was man im Zuge einer Provenienz-Recherche zusätzlich so alles entdeckt.


Auf der Messe sprach mich jemand an: von Dir hört man ja gar nichts. Bekomme ich eigentlich Deinen Newsletter? Das passierte mir gleich nochmal, unmittelbar danach. Ich wusste nicht recht, wie ernst ich das nehmen soll. Haben sich die Gepflogenheiten der gegenseitigen Information in den letzten Jahren so stark geändert, dass ich mich inzwischen kommunikativ unsozial verhalte? Um ganz ehrlich zu sein: ich bekomme recht gerne individuelle Briefe, Karten, Mails oder Anrufe. Massensendungen weniger gerne. Den sozialen Netzwerken gegenüber habe ich Vorbehalte. Daher habe die entsprechenden Einladungen auch bislang abgelehnt. Hier sind ein paar Gründe.

Ein Besuch im niederländischen Heerlen konfrontierte mich mit einer Gegenüberstellung, in der sich zwei mir ziemlich nahe stehende Bereiche der Kunst nahezu feindselig gegenüber standen. Konkret: eine Werbekampagne für den Kunstverleih nahm die in der Stadt vorhandene öffentliche Skulptur auf die Hörner. Oder, besser gesagt, auf die Stoßzähne.
So fotografierte ich einige Situationen dieses Kulturkampfes und versuchte, der Heerler Invasion auch in einem Text (hier als pdf-Datei) gerecht zu werden.
Elefant, Heerler Invasion 2011
Zu Klub7 habe ich einen Text geschrieben, der als Einführung zu einem umfassenderen Einblick in die Arbeit dieser spannenden Künstlergruppe dient. Er erscheint in der Reihe Design / Designer der Pariser Pyramyd Editions. Da die Printversion auf französisch und englisch herauskommt, gibt es die deutsche Version hier.
Klub7
Koffer sind eigentlich unscheinbare Nutzgegenstände, deren Aufgabe es unter anderem auch ist, ihre Inhalte zu verbergen. Wer sich jedoch damit beschäftigt (oder Hans Christian Andersens einschlägiges Märchen liest) wird merken, dass sich es mit diesen Behältern oft mehr auf sich hat als zunächst zu vermuten war. Zum Abschied aus Halle bekam ich einen Koffer geschenkt, und habe mir nun einige Gedanken gemacht.
Ein (deutlich systematischerer) Text zum Kunstkoffer als pädagogisches Werkzeug ist für 2011 in Planung.

Koffer
Nachdem das internationale Kolloquium "Straßen. Von der Frühgeschichte bis in die Moderne. Verkehrsweg - Kulturträger - Lebensraum", Thomas-Morus-Akademie Bensberg nicht zustande kam, soll eine Publikation das Feld erschließen.
Es ist bereits eine ganze Weile her, dass der Begriff "Street Art" zwei sonst nicht notwendigerweise miteinander in Verbindung stehende Sphären koppelte. Neben der Vorstellung des heute nach allen Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie propagierten Kunstphänomens fragt mein Beitrag nach den Bedingungen, welche die Straße für die Kunst stellt. Davon ausgehend öffnet ein weiteres Augenmerk diese Frage in generell kulturgeschichtliche Richtung.
Hinweis, Oxford
In letzter Zeit beschäftigt mich sehr das Format des geführten Rundgangs. Natürlich leben wir fast alle in urbanen Situationen und manchem fällt auf, wie stark sich unsere tägliche optische Umgebung ändert. Der Ausverkauf der letzten aufmerksamkeitsrelevanten Flächen, der soziale Wandel (nicht selten kommt er als Verdrängungswettbewerb) und die mitunter merkwürdigen Änderungen der Kunstbegriffe machen das alles zu einem interessanten Betätigungsfeld. Es gilt hellwach zu sein. Nicht nur zur Vorbereitung dieser Führungen, sondern auch um überhaupt mitzubekommen, wo man generell abbleibt.
Vortrag bei den Reichenauer Künstlertagen 2010, Insel Reichenau, 10.-12.10.2010. Thema der Tagung: Bild - Abbild. Die diesjährigen Reichenauer Künstlertage stellen die künstlerischen den kirchlichen Denkweisen und Theoreme um das Bild gegenüber: Gegenstand ist die Historie, die Exegese aus der Heiligen Schrift, die aktuellen kirchlichen Kriterien, philosophische und kunsttheoretische Aspekte.
Mein Vortrag: Wechsel-Perspektiven. Kunst und Kirche in Interaktion
Kontakt zum Veranstalter

Anton Pilgra: Selbstporträt im Wiener Stephansdom, 1515
Internationale Konferenz “Farbe in der Bildung” an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, 29.–31.10.2010; mit über 70 beteiligten Referenten und Workshopanbietern aus vielen Bereichen der “Bildungslandschaft Farbe” sowie Vertretern aus der Bildungspolitik und einer großen Themenausstellung. Mein Vortrag lautet: Straßenfußballer der Farbe. Über einige Konstanten der (Selbst-)Ausbildung bei Street Art.
Tagungsprogramm
Detail aus Brüssel
Bei "VOOR NIKS" geht es um künstlerische Werbegeschenke, wie leicht sie zu haben sind, wofür sie nutzen und was man wirklich damit anfangen kann. Von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle ausgehend, findet die Ausstellung im kuS in Heerlen statt, einem kleinen niederländischen Kunstverein. Anders als beim eher historisch ansetzenden Vorläufer, der Ausstellung "Giveaways" (2002) sind eine ganze Reihe spannender KünstlerInnen aus Halle und Heerlen/Maastricht aktiv in die Entwicklung des Projekts involviert.Anschließend geht das Projekt nach Halle, in den beeindruckenden Kiosk der Kunstinitiative "hr.fleischer".

Einleitung
Weitere Informationen (NL/D) und Bilder
kuS (Kunstencentrum Signe), Heerlen (NL)
"hr.fleischer" Kiosk am Reileck, Halle / Saale (D)
voorniks
Vormals an anderer Stelle bereits abgebildet, möchte ich hier noch einmal gesondert auf ein Kunstwerk im öffentlichen Raum hinweisen, das mir sehr am Herzen liegt und das zur Zeit durch Zerstörung bedroht ist. Es Handelt sich um die "Skulptur Gewächshaus" der Künstler Johanna Bartl, Wieland Krause und Olaf Wegewitz. Seit einigen Jahrenwächst in ihrem Inneren  - so das Konzept der Künstler - die Natur unbehelligt weiter. Diese überzeugend im Bereich des alten Klostergartens in Magdeburg platzierte und "angewachsene" Arbeit möchte der OB der Stadt, Dr. Lutz Trümper, nun aus der Innenstadt und vom Elbufer weghaben. Dabei scheint er weder wahrhaben zu wollen, dass der Standort Teil der Arbeit ist noch dass gerade der prozessuale Anteil richtungsweisend die älteren Arbeiten im Bereich des Kunstmuseums Kloster Unser lieben Frauen bereichert. Dass das zudem ein Geschenk des Landes an die Stadt war, macht die Sache nicht einfacher.

Bartl/Krause/Wegewitz: Skulptur Gewächshaus
Zum Beschluss meiner Tätigkeit in Halle steht zwar auch etwas Wehmut, aber vor allem der Eindruck, Sinnvolles gemacht zu haben, das positive Folgen hat, und am richtigen Platz gewesen zu sein. Sowohl persönlich als auch institutionell gehen eine ganze Reihe von Kontakten und einige Projekte weiter. Inwiefern das konkret meine neuen Pläne dauerhaft prägen wird, bleibt abzuwarten.
transient_london08

Nachdem ich mich verschiedentlich mit Studien zu Fragen der Kunst am Bau und im öffentlichen Raum beschäftigt habe, ist Zeit, das auch einmal in Seminaren an der Hochschule zu unternehmen. Von der Verknüpfung dieses lehrenden Forums mit der alltäglichen Realität erwarte ich mir einiges auch von und für außerhalb der Hochschule - zumal es Impulse von Seiten der Künstler und des Bundes gibt, dieses Thema öffentlich stärker darzustellen und die verschiedenen Schulen höchst unterschiedliche Methoden entwickelt haben, die Thematik in die Ausbildung zu integrieren.

Claes Oldenburg / Coesje van Bruggen: Giant horn. Köln, Neumarkt

Alte Liebe rostet nicht, heißt es immer. Nachdem mein doktorarbeitsbedingt intensiver Umgang mit Graffiti und anderen den Zeichen an den Wänden sich im Berufsleben etwas abschwächte, hat sich viel getan. Nach gut 25 Jahren gehe ich nun erneut an den Start. Am Ende steht ein hoch aufgelegtes Buch zu Street art und Graffiti, das jüngere Tendenzen und ältere Erkenntnisse bündelt.

Dabei spielt nicht nur die künstlerische Wachheit für die öffentlichen Wände eine Rolle, sondern auch all jene Vermittlungsfragen, die in einer Informationsgesellschaft stetig wichtiger geworden sind.

Hier ist der Verlagshinweis von Ullmann-Publishing.

Invader in London, 2008

Die Kunstgeschichte als lebender und sich entwickelnder Organismus von Bildern, Gedanken, gelebten Gefühlen und gesellschaftlichen Verhältnissen: Das ist ein grundlegend wichtiges Arbeitsfeld für Ausbildung, vermittelnde Praxis und beratender Tätigkeit. Und offensichtlich gilt das für so unterschiedliche Bereiche wie die künstlerische  Selbstdarstellung und seine Fremdwahrnehmung, für Fragen der Wand oder für Methoden und Triebfedern gesellschaftlicher Arbeit.


Seminare hierzu:
Annäherung an die Kunstgeschichte

Umbrüche, Umstürze, Umbauten

Wiki-Kunstgeschichte

 

Beschriftung, Alte Nationalgalerie

Das Buchprojekt "Der interaktive Blick" ist erschienen, als e-Book.

Bocca della veritá, Norditalien

Er liegt noch immer nur passagenweise vor: mein Beitrag zum aktuellen Kunsterklärhype. Der Titel steht jedoch schon ziemlich fest:
Wie erkenne ich schlechte Kunst?

 

Kunsterklärungen

Zur Ausstellung "Skulptur Projekte Münster 2007" ist ein Kinderführer (9.80 €) zu haben, für den ich die Texte verfasst und spannenderweise mit den Illustratoren Christoph Mett und Philipp Seefeldt zusammenarbeit habe.

Näheres unter: http://www.skulptur-projekte.de/information/publikationen/

oder

http://www.coppenrath.de/anzeigen_aktuelles.php?
id=123&table=aktuelles&n0=aktuelles&n1=news

Skulptur Projekte: Kinderführer

Wirtschaft als Kunstfaktor: ein Salon.

Als Einstieg in die Arbeit an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein Halle 2007 begonnen, hat sich das Thema weiterentwickelt.

Am 15.4.2010 ging es im ungewöhnlichen abendlichen Veranstaltungsformat des Kölner Salons um die Wechselperspektiven zwischen Wirtschaft und Kunst.

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Der Nachhaltigkeitsaspekt interessiert mich auch für das freie Projekt "10 years after. Zu präh- und postaktuellen Situationen". Hier geht es um den Zeitabstand, der einen klareren Blick ermöglicht, historisch oder prophetisch. Und nicht zuletzt um all das, was durch den Aktualitätskult möglicherweise allzu rasch wieder aus der Optik verdrängt wird. William Hogarh, Time Smoking a Picture, 1732